Porträt - AKKORDEUS heute

AKKORDEUS ist die Kurzfassung für Akkordeon-Ensemble Uster. Für ‚Ensemble’ gibt es viele Synonyme, wie Band, Truppe, Team, Clique, Kollektiv oder Kapelle, am besten wird dieses Ensemble aber mit BIG FAMILY umschrieben.

Etwa 35 Spielerinnen und Spieler jeden Alters treffen sich regelmässig am Montagabend im Schulhaus Hasenbühl. Der Eingangsbereich ist verstellt mit verschieden grossen, schwarzen Koffern, und im Singsaal beginnt das grosse Üben.

Feste Formationen gibt es im AKKORDEUS kaum. Vielmehr wird beim Verteilen der Noten auf Niveau und Einsatzbereitschaft jedes einzelnen Mitglieds Rücksicht genommen, und junge Spielerinnen und Spieler werden individuell in die Gruppe integriert. Je nach Formation übernimmt man Verantwortung oder leistet Unterstützung, und gleichzeitig kann man auch von den Besseren lernen. Mit der ständig wechselnden Zusammensetzung ist dafür gesorgt, dass alle motiviert, flexibel und anpassungsfähig bleiben. Dies ist sowohl in musikalischer als auch in sozialer Hinsicht das grosse Plus des AKKORDEUS.

Um 18.30 Uhr beginnen die jüngeren Musikanten mit der Probe. Nach einer halben Stunde kommen nach und nach weitere Spieler hinzu, um die neuen Konzertstücke einzuüben. Von nun an herrscht ständiges Kommen und Gehen. Die Jüngsten werden meist von ihren Eltern abgeholt, und weitere Mitglieder treffen ein. Im Verlauf des Abends wird der Schwierigkeitsgrad der Stücke immer höher. Es werden viele klassische Werke, z.B. von Bach, Vivaldi, etc. geübt, die neben der spieltechnischen Fähigkeit auch musikalische Reife voraussetzen. Das hohe Niveau erlaubt Konzerte mit bekannten Gastmusikern, wie zum Beispiel mit dem Klarinettisten Stefan Erl. Selbstverständlich gehören zum facettenreichen Repertoire auch Pop und Rock ’n' Roll, moderne und traditionelle Stücke.
Kurz vor 22 Uhr ist auch für die Ober- und Kunststufe Schluss: die Stühle werden versorgt und die Instrumente eingepackt. Wer will, trifft sich noch zu einem Schlummertrunk oder geht nachhause. Die meisten Spieler kommen aus Uster und Umgebung, es gibt aber auch Mitglieder, die jeden Montag von Zürich anreisen.

Pierrette Hohl ist die musikalische Leiterin des Ensembles und gleichzeitig Lehrerin an den Musikschulen Uster-Greifensee und Volketswil. Sie kennt die meisten Ensemble-Mitglieder seit Jahren und wird sich mit einigen davon im Laufe der Woche noch zu einer Unterrichtsstunde treffen. In den letzten Jahren ist die Mitgliederzahl stark angewachsen, weshalb Pierrette seit einiger Zeit von Christine Widmer, Musiklehrerin und Dirigentin aus Matzingen/TG sowie von Daniel Studer, einem Vollblutmusiker, der ebenfalls an der Musikschule Volketswil tätig ist, unterstützt wird.



Der jetzige Vereinspräsident, Florian Thalmann, zum Beispiel begleitete als Siebenjähriger seinen Nachbarn, Alain Freymond, an ein Akkordeonkonzert, bei welchem dieser mitwirkte. Der Samen war gepflanzt, und die Begeisterung sowie das Engagement sind bis heute geblieben. Nachdem Alain sein Amt als Vereinspräsident nach zehn Jahren aus beruflichen Gründen abgeben musste, übernahm 2006 Florian Thalmann, genannt Flo, dieses Amt. Beide, Alain und Flo, sind noch immer begeisterte AKKORDEUSler.


Für den Zusammenhalt der AKKORDEUS-Familie sorgt Pierrette Hohl. Sie ist nicht nur für das Musikalische zuständig, sondern auch das Herz des Vereins. Mit viel Engagement und immer neuen Ideen kümmert sie sich um die Musik und um jedes einzelne Mitglied. Regeln sind überflüssig, da der nötige Respekt vorhanden ist. Jeder trägt Verantwortung und übernimmt bestimmte Pflichten. Mit den ständig wechselnden Formationen wird der Ehrgeiz geweckt und das Durchhaltevermögen gefördert.

Das gemeinsame Erlebnis ‚Musik’ fördert den Zusammenhalt unter den Mitgliedern. Am jährlichen Probeweekend nehmen alle mit Freude teil. Auch ausserhalb der Proben gibt es viele Freundschaften und gemeinsame Treffen, wie Ski- und Wander-Weekends, Grillabende, Konzert- und Kinobesuche.