| Akkordeon-Quintett
begeisterte in Maur
Am
Sonntag, 12. September 2004 lud das Akkordeon-Quintett Pierrette Hohl zum Konzert in
der Kirche Maur und überraschte dabei die zahlreich erschienenen
Zuhörenden mit einer grossen stilistischen Bandbreite auf hohem Niveau.
Das Eröffnungsstück, Quartett in D-Dur von Johann Christian Bach,
ursprünglich für Streicher geschrieben, machte deutlich, dass
klassische Kammermusik auf dem Akkordeon bestens gespielt werden kann.
Den Spielern gelang es dabei, die einzelnen Stimmen zu einem kompakten
Ganzen zu verschmelzen und dabei sowohl technisch als auch musikalisch
zu überzeugen.

Bei Pierrette Hohl ist es Tradition, auch andere
Instrumente ins Programm einzubauen, und so konnte sich das Publikum auf
Michael Hohl am Klavier freuen, der das Passepied aus der Suite
bergamasque von Debussy ausdrucksstark zum Besten gab. Einer der
Höhepunkte des Konzertes bot das anschliessend vorgetragene Quartett
von F. A. Hoffmeister mit der Flötistin Jacqueline Oesch. Ihre brillant
gespielte virtuose Solostimme wurde vom nuancenreichen Akkordeonspiel
untermalt. Bemerkenswert leicht und locker musizierte das Ensemble,
dabei ergänzten sich die verschiedenen Klangfarben von Akkordeon und
Querflöte optimal. Das Publikum bedankte sich mit einem kräftigen
Applaus und wurde dafür mit einer kurzen aber heftigen Ligeti-Bagatelle
belohnt. Damit war die Brücke in die Neuzeit geschlagen. Mit dem
Concertino von S. Borris, einer Originalkomposition für
Akkordeon-Orchester aus dem 20. Jahrhundert, wagte das Ensemble einen
weiteren Abstecher in die Moderne. Auf den rhythmisch sehr
anspruchsvollen ersten Satz folgte ein verhalten-melodiöser
Andante-Teil, zuletzt ein Presto mit beinahe ekstatischer Steigerung.
Dank der fast bildhaften Klang-Collage der verschiedenen Teile kam auch
diese etwas schwerer zugängliche Musik gut an.
In einem letzten Block
widmete sich das Quintett dem argentinischen Tango, entführte das
Publikum damit nochmals in eine ganz andere musikalische Welt und konnte
diese Stimmung genauso überzeugend vermitteln wie eben noch diejenige
des Bach-Quartetts oder der Borris-Suite. Die feurig-melancholischen
Tango-Klänge von Pugliese und Piazzolla wurden von Michael Hohl am
Klavier begleitet und stiessen auf Begeisterung. Bei der Zugabe kam
Jacqueline Oesch nochmals zum Einsatz, Rossinis "Diebische
Elster" rundete das gelungene Konzert schmissig-humoristisch ab.
Hier geht's
zum Artikel aus der Maurmer Post vom 17. Sept.
2004
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