Mit frischen Akkordeonklängen in den Frühling

Am Sonntag, den 21.April 2002, überraschte das Akkordeon Ensemble Uster unter der Leitung von Pierrette Hohl beim Konzert in der katholischen Kirche in Uster mit unkonventionellen Formationen; sehr zur Freude des begeisterten Publikums.

Das Kirchenkonzert stand ganz unterm dem Motto „Frühling“. Zusammen mit dem Gemischten Chor Eptingen präsentierte das AKKORDEUS einen bunten Strauss abwechslungsreicher Frühjahrsmelodien und zeigte somit einmal mehr, dass sich auf dem Akkordeon weit mehr spielen lässt als häufig gedacht.

Gleich zu Beginn liessen die jungen Spielenden mit „Fresh Air“ von H.-G. Kölz einen frischen Wind durch den gut besetzten Zuschauerraum wehen. Darauf hatte der Gemischte Chor Eptingen mit der „Frühlingsahnung“ von Carl Maria von Weber seinen ersten Einsatz. Die Sängerinnen und Sänger überzeugten mit reinem und vollem Klang. Geleitet wird der rund 20-köpfige Chor von Markus Stolz, der gleich danach auch sein grosses Können als Cellist unter Beweis stellte. Begleitet wurde er beim Violoncellokonzert des wenig bekannten barocken Komponisten Boismortier von Claudia Brunner am Kontrabass und vier Akkordeons, eine äusserst interessante Klangkombination, die grossen Gefallen fand und bewies, wie gut sich das Akkordeon, ein relativ junges Instrument, das zum Zeitpunkt der Komposition noch gar nicht entwickelt war, für diese Art von Kammermusik einsetzen lässt.

Eine grössere Gruppe von jugendlichen Akkordeonistinnen und Akkordeonisten spielte das eingängig-melodiöse Air & Tune von Jacob de Haan, sowie die Hungarian Suite, ein kurzer Abstecher in die osteuropäische Volksmusik. Dazwischen gab der Chor einen Frühlingsgruss von Robert Schumann zum Besten. Vor der kurzen Pause folgte mit den Variationen über das bekannte Lied „Komm lieber Mai“ einer der Höhepunkte. Virtuos brillierte das Ensemble mit diesem anspruchsvollen Werk, wobei besonders die präzise Verflechtung der einzelnen Stimmen auffiel.

„Wie kommt man auf die Idee, Haydn mit Chor und Akkordeon-Ensemble aufzuführen?“ So manch einer mag sich beim ersten Blick auf das Programm diese Frage gestellt haben, um dann im zweiten Teil des Konzertes positiv überrascht zu werden. Eine Gruppe von AKKORDEUS-Mitgliedern begleitete den Chor bei Liedern aus dem Oratorium „Die Jahreszeiten“ von Joseph Haydn. Eine Arie daraus wurde von der Sopranistin Verena Heid-Ulmer gefühlvoll mit warmer und klarer Stimme vorgetragen. Bei zwei weiteren Liedern sang der gesamte Chor mit.

Das ausgeglichene Klangbild, welches aus dem sauberen Gesang und der nuancierten Akkordeon-Begleitung entstand, liess das Publikum die Frage plötzlich umgekehrt stellen: Warum war man nicht schon viel früher auf eine derartige Idee gekommen?

Zu dieser spannenden Zusammenarbeit kam es dank familiärer Beziehungen von Pierrette Hohl, die sich immer wieder für neue musikalische Ideen einsetzt. Am Abend zuvor hatten das AKKORDEUS und der Gemischte Chor bereits in Eptingen die Zuhörenden begeistert.

Zum Schluss des abwechslungsreichen Frühlingskonzertes spielte das Akkordeon Ensemble das heiter-verspielte Rondo scherzoso von Konrad Wölki und die Ouvertüre furiant, die ihrem Namen alle Ehre machte. Das kräftig applaudierende Publikum entliess die Musizierenden erst nach der gemeinsam mit dem Chor vorgetragenen Ohrwurm-Zugabe „Eine kleine Frühlingsweise“ von Antonin Dvorak.