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Ein
Kirchenkonzert der besonderen Art
Neue
Orchesterklänge mit Akkordeon, Klarinette und Horn in der katholischen
Kirche Uster.
Akkordeus,
das Akkordeon Ensemble Uster unter der Leitung von Pierrette Hohl,
bewies am vergangenen Sonntag einmal mehr die Klangvielfalt des
Akkordeons, und überraschte im Zusammenspiel mit dem Klarinettisten
Stefan Erl und einem Horntrio das begeisterte Publikum mit neuen Hör-Erlebnissen.
Eröffnet
wurde das Sonntagskonzert mit einem der acht kleinen Präludien von J.S.
Bach, das von der jüngeren Formation des Akkordeus durchaus bach- und
kirchengerecht vorgetragen wurde. Auch das Kader des Akkordeus
demonstrierte mit «Introduktion und Allegro» von E.C. Frohloff wie
sehr sich Akkordeon – sicher und präzise gespielt – für
Kirchenmusik eignet. Höhepunkt des Konzertes war zweifelsohne das
brillant von Stefan Erl vorgetragne Concertino für Klarinette op. 26
von C. M. von Weber, einfühlsam begleitet vom Kader des Ensembles. Die
Glanzleistung begeisterte die rund 200 Zuhörerinnen und Zuhörer.
Das
Akkordeus bot jedoch nicht nur ausgezeichnete klassische Musik, sondern
machte auch immer wieder spannende Ausflüge in die Bühnenmusik und in
musikalische Geschichten. Die jüngere Generation des Ensembles erzählte
treffend auf musikalische Weise die Tragödie des Oliver Twist. Gefahr,
Trauer oder Freude kamen in sechs kurzen Sätzen packend zum Ausdruck.
Beim Stück «Hirschpark»von H. Waldvogel konnte man sich die röhrenden
Hirsche vorstellen und hatte beinahe das Gefühl, selbst in einem Park
neben Bächlein und Vogelgezwitscher spazieren zu gehen. In der Ouvertüre
zum «Kalif von Bagdad» wurde man auf einen vornehmen Hof entführt, im
«Rondo in Rhythm» von H. Schneiders fühlte man sich in ein Festzelt
versetzt, in welchen für einen kurzen Moment
herkömmlich «gehandörgelet» wurde, und R. Würthners «Ballettabend»
schliesslich erinnerte an den Film Billy Eliot. Wie schön wäre es
gewesen, ein Balletttänzer hätte seine Künste gleich selber
vorgetragen…
Alles
in allem ein gelungenes Konzert, an welchem das Zusammengehen der
Musikschule Hohl mit der Musikschule Uster-Greifensee sichtlich und hörbar
Früchte trug. Trotz vieler Formationswechsel mit den sperrigen
Instrumenten störte die Regie in keinem Moment. Die Spielerinnen und
Spieler waren von Anfang bis zum Schluss
beneidenswert aufmerksam bei der Sache – ein Verdienst
sicherlich auch von Pierrette Hohl, welche das Ensemble seit Jahren mit
Einsatz, Geduld und Hartnäckigkeit leitet.
Florian
Thalmann
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